Schmerz ist ein multifaktorielles, individuelles Phänomen, das jeder von uns aufgrund eigener persönlicher Erfahrung gut kennt. Die Frage, was Schmerz eigentlich ist, hat die Menschen schon früher beschäftigt.. Von der griechischen Antike bis heute gab und gibt es viele Theorien darüber. Es ist wichtig beim Schmerzgeschehen akuten und chronischen Schmerz zu unterscheiden. Der akute Schmerz hat in unserem Leben eine zentrale Bedeutung als Warnfunktion. Er warnt uns vor gefährlichen, lebensbedrohenden Situationen. Diese Warn- und Schutzfunktion hat beim chronischen Schmerz seine Bedeutung verloren. Stattdessen ist der Schmerz lebensbestimmend geworden und erklärt oft alle Lebensprobleme. Chronischer Schmerz ist hier als eigenständige Erkrankung zu sehen.
Bei der Erkrankung „Chronischer Schmerz“ hat sich ein interdisziplinäres, integratives Behandlungsmodell bewährt Mit ganzheitlichen Behandlungskonzepten wie z.B. die Konzentrative Bewegungstherapie, die Feldenkrais Methode, Qi Gong oder verschiedene physiotherapeutische Verfahren werden Behandlungsziele auf körperlich, geistig-seelischer und sozialer Ebene angesteuert. Wir lenken die Aufmerksamkeit des Patienten auf psycho- somatische- psychodynamische Zusammenhänge und auf das Bewegungserlebnis. So können Zusammenhänge zwischen eigenem Verhalten und Schmerzentstehung bewusst gemacht werden, es können Bewegungs- und Verhaltensmuster erkannt und gegebenenfalls verändert werden und die Freude an der Bewegung wird neu entdeckt.
Wichtig ist auch die Anleitung und Begleitung einer Gruppe. Um Eigenverantwortung und Autonomie zu fördern wird der Patient von Beginn an in die Behandlung mit einbezogen. Innerhalb einer klaren Strukturierung während dem therapeutischen Setting, haben die Patienten immer noch genügend Freiraum für eigenverantwortliches Handeln. Das Wahrnehmen der körperlichen Prozesse wird auf den verschiedenen Ebenen verbal begleitet.
Wichtig ist auch das Einbeziehen des gruppendynamischen Prozesses. Letztendlich kann aber alleine eine bejahende Beziehung, indem wir dem Patienten mit Achtung, Wertschätzung und Empathie begegnen ausschlaggebend für den erfolg einer Therapie sein.
Autor: Jennifer Moll zurück zu Medizin & Gesundheit
|