Bei einer Baufinanzierung geht es meist um große Summen, mit denen der Bau oder Kauf von Wohneigentum finanziert werden soll. Bauherren wünschen sich daher eine günstige Kalkulationsgrundlage entsprechend der eigenen Einkommensverhältnisse und das für einen längeren Zeitraum. Die Kreditkosten sind dabei von der Höhe des Zinssatzes abhängig. Während früher die meisten Banken die Zinsen für Baudarlehen nur für eine Dauer von 5, 8 oder 10 Jahren festgeschrieben haben, bieten sie heute auch Festzinsen für 15, 20 oder 25 Jahre an. Damit können die Bauherren fast für die gesamte Rückzahlungsdauer mit einer gleich bleibenden monatlichen Kreditrate kalkulieren.
Die längere Zinsfestschreibung bedeutet dabei nicht automatisch einen höheren Zinssatz. Aufgrund der immer noch niedrigen Konditionen sind die Aufschläge nur minimal gegenüber kürzeren Festzinslaufzeiten. Sie betragen zwischen 0,25 und 0,35 Prozent p. a. im Vergleich der längsten und der kürzesten Festzinsbindung. Für eine Baufinanzierung über 150.000 Euro sind das monatliche Mehrkosten von rund 45 Euro. Mitte der 90er Jahre, also vor 10 bis 15 Jahren mussten Bauherren zwischen 7 und 9 Prozent Zinsen für ihre Baufinanzierung zahlen; heute sind es zwischen 4,5 und 5,5 Prozent für ein Darlehen bis zu 60 Prozent des Beleihungswertes. Der Zinsaufschlag über die gesamte Laufzeit ist angesichts langfristig wieder steigender Zinsen akzeptabel und für den Geldbeutel gut zu verkraften.
Neben festen Zinsen gibt es auch die Möglichkeit, bei einer Hausfinanzierung variable Konditionen zu vereinbaren. Entsprechend der Lage am Kapitalmarkt können die Zinsen dann steigen oder sinken. Erfahrungsgemäß geben die Banken aber steigende Zinsen schneller weiter als sinkende Zinsen. Variable Konditionen sind dann günstig, wenn mit sinkenden Bauzinsen zu rechnen ist, und der günstigste Moment für eine Festzinsvereinbarung abgewartet werden soll.
Autor: Sebastian Brinzing zurück zu Finanzen
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