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Ist Comedy politisch?
(Sonstiges)
 

Der eine steht auf politisches Kabarett. Der andere auf unterhaltsame Comedy. Beide verfechten ihre Lieblingsart des Humors. Aber sind beide Richtungen des Humors wirklich so verschieden? Gehen wir nach England, sehen wir dort die „alternative comedy“. Comedians waren dort von je her auch politisch aktiv. Sie veranstalten aufsehnerregende Aktionen, um die Bevölkerung auf Missstände hinzuweisen. Ein Comedian wies nach, wie leicht Kinder über das Internet Waffen aus dem Ausland bestellen können – die dann auch noch direkt geliefert werden! Unter den deutschen Comedians gibt es wenige, die politische Themen zum Inhalt haben. Haben sie dies, so sind ihre Wurzeln meist im Kabarett zu finden wie zum Beispiel bei Michael Mittermeier. Ansonsten scheint es unter vielen Comedians eher „In“ zu sein, wenig Sinn zu vermitteln. Da greift man lieber auf Themen zurück wie die 70er jahre, in denen man Erinnerungen aufleben läßt oder schreibt die 100ste Szene zu Mc Donalds.

Das ist sehr schade, denn so verkümmert die Humorbranche und das Schimpfen auf die sinnentleerte Comedy im Fernsehen nimmt zu. Dabei kann Comedy so reichhaltig sein wie Kabarett! Mancher Comedian hat mehr zu sagen als ein Kabarettist, der Themen wie der Frisur von Angela Merkel zum 100sten Mal abarbeitet. Diesen „sinnvollen“ Comedians muss die Zukunft gehören. Viele Jugendliche können wir dem Begriff „Kabarett“ rein gar nichts mehr anfangen. Comedy ist als „Humorform“ für sie gängiger. Sie unterscheiden nicht, ob diese politisch oder unpolitisch sein muss. Comedy widmet sich dem Leben im allgemeinen, was Beschäftigung mit Poltik durchaus einschliesst. Mittermeier und Nuhr machen es vor – eine Ausweitung der „sinnvollen“ Comedy scheint wünschenswert.

Autor: Sabine Meyer


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