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Die Kunst unserer Kinder
(Kinder & Familie)
 

Für die Entwicklung der Persönlichkeit spielte die Kunst schon immer eine bedeutende Rolle. Auch wenn man die Bilder, die Kinder im Kindergarten oder in der frühen Schulzeit malen mit Vorsicht genießen und nicht überinterpretieren sollte, so zeigen schon die Zeichnungen von kleinen Kindern, was in ihnen vorgeht und gewähren einen Blick in ihre ganz persönlichen Gedanken und Gefühle.

Schon so mancher Elternteil hat seinen Sprössling für etwas ganz Besonderes gehalten und war sicher, dass der eigene Sohn oder die Tochter die Zeitgenössische Kunst bestimmt einmal maßgeblich prägen würde, und bestimmt gibt es auch immer wieder Fälle, bei denen man schon früh erkennen kann, dass in dem Kind ein Genie schlummert, doch so abstrakt die Moderne Kunst auch sein mag, längst nicht jede Schmiererei kann man als solche verbuchen und zu unermesslichen Preisen verkaufen. Erst kürzlich gab es bei einem weltweit bekannten und beliebten Internet – Auktionshaus wieder eine Kinderzeichnung zu ersteigern. Der Verkäufer, bei dem es sich natürlich um den Vater des jungen Künstlers handelte, war der festen Überzeugung, dass ein Klecks aus grüner Wasserfarbe das Profil der allseits bekannten Königin von England darstellen sollte. Weil sein Sohn besagte Queen jedoch noch nie gesehen hatte – er war erst vier – hielt er ihn natürlich für ein unglaubliches Genie, und konnte es wohl kaum fassen, dass niemand auf das Gemälde bot und er am Ende darauf sitzen blieb.

Wer entscheidet nun, was wirkliche Kunst ist, und was nur Schmiererei? Warum werden Künstler wie Georg Baselitz so berühmt, warum geben die Menschen unglaubliche Summen für ein Gemälde dieses interessanten Menschen aus, und warum setzen sie sich nicht selbst an ihren Zeichenblock, malen mit Wasserfarbe einen grünen Strich, schreiben „Hase“ darunter, und versuchen, ob sie nicht vielleicht auch berühmt werden könnten? Irgendetwas muss wohl doch dran sein am „Talent“.

Autor: Barbara Adams


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