Jeder kennt und liebt ihn und bei großen wie auch bei ganz kleinen Feierlichkeiten darf er niemals fehlen: der berühmte „Sektempfang“. Und egal ob spritzig oder trocken, der Sekt gehört, neben einem guten Wein, in jedem Falle zu den alkoholischen Getränken die offiziell am meisten getrunken werden.
Wie die Namen der verschiedenen Weine entstanden sind, ist für viele nachvollziehbar. Die meisten nehmen entweder Bezug auf das Anbaugebiet, das Weingut oder die Rebsorte. Doch wie viele von denen, die zu einem Gläschen Sekt selten „Nein“ sagen, wissen eigentlich, wie der Sekt in Deutschland zu seinem Namen kam?
Eine Geschichte besagt, dass die heutige Bedeutung des Wortes Sekt auf den Berliner Schauspieler Ludwig Devrient zurückgehe. Jeden Abend nach seinen Theatervorstellungen ging er in seine Lieblingsgaststätte „Lutter und Wegener“ um dort ein Glas Champagner zu trinken.
Statt des gewohnten Champagners bestellte er jedoch eines abends einen Sherry. Seine Bestellung krönte er mit einem Zitat aus Shakespeares „Heinrich IV“: „Bring mir Sekt, Bube - ist keine Tugend mehr auf Erden?" Wahrscheinlich aus dem Grund, weil ihm Shakespeare und die Bedeutung des Wortes „Sekt“ als Synonym für Sherry einfach nicht geläufig war, brachte der Kellner den gewohnten Champagner. Wie dem auch sei, seit diesem Abend im November 1825 soll sich also am Stammtisch von Lutter und Wegener die neue Sitte eingebürgert haben Champagner in Sekt umzutaufen.
Nach und nach wurde der Ausdruck „Sekt“ in ganz Berlin bekannt, doch natürlich brauchte es eine ganze Weile, bis ganz Deutschland den Begriff „Sekt“ als solchen verinnerlicht hatte. Etliche Jahrzehnte später verbreitete sich der Begriff „Sekt“ auch in Norddeutschland. Und erst um 1890 kannte das ganze Deutsche Reich den schäumenden Wein unter dem Terminus „Sekt“.
Dass sich der Sekt, dessen Name auch vom lateinischen Wort „siccus“ = trocken ableiten lässt, noch heute so großer Beliebtheit erfreut, liegt mit Sicherheit auch daran, dass er in so vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich ist. Ob mild (mit einem Zuckergehalt höher als 50 g/l), trocken, herb oder naturherb (fast ohne Zuckerzusatz) – um nur einige zu nennen - der Gaumen eines Sekt–Genießers bleibt hier wohl nicht wirklich trocken.
Autor: Barbara Adams
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