So wird die Anreise zum Urlaubsort für die ganze Familie ein schönes Erlebnis
Urlaub soll Spaß machen und entspannen. Gerade mit Babys und Kleinkindern wird der Urlaub oft eher anstrengend als erholsam. Ist das Traumziel aber nur mit dem Flieger zu erreichen, sollte man rechtzeitig mit der Organisation der Reise beginnen.
Einen Tag vor Abflug anreisen
Am einfachsten ist es, mit dem eigenen Auto zum Abflugsort zu fahren. Vermeiden Sie Hauptreisezeiten zu Beginn oder Ende der Schulferien und versuchen Sie nicht in den Berufsverkehr zu geraten. Es empfiehlt sich, schon einen Tag vor dem Abflug anzureisen und die Nacht in einem Hotel in der Nähe des Flughafens zu verbringen.
Durch eine Übernachtung im Airporthotel kann man bei der Anreise den Vorabend-Check-In nutzen und langes Warten vor den Schaltern am nächsten Tag umgehen. Es bietet sich an, dass beim Vorabend-Check-In zusammenhängende Plätze im Flieger für die ganze Familie gesichert werden. Danach kann sich die Familie im Hotel von der Autofahrt erholen und auf den nächsten Tag vorbereiten.
Einige Anbieter haben Flughafenhotels mit speziellen Kinderangeboten im Programm. Bis zu 2 Kinder übernachten ohne Aufpreis im Zimmer der Eltern und oft ist das Frühstück auch im Preis inbegriffen. Solche Angebote kann man im Internet zum Beispiel bei www.hotels-und-parken-am-flughafen.de buchen. Praktisch ist dabei, dass man sein Auto während der Reise auf dem Parkplatz des Hotels umsonst stehen lassen kann. Der Transfer zum Flughafen wird auch vom Hotel organisiert und kostet nicht extra.
Vor dem Flug: Versteckte Kosten umgehen
Bei der Planung des Fluges selbst ist es sinnvoll, sich schon vor der Buchung über die jeweiligen Bestimmungen der Fluglinie zu informieren. Viele Airlines haben besondere Konditionen für kleine Passagiere, wohingegen einige Billig-Anbieter Privilegien für die jungen Passagiere kürzlich abgeschafft haben. Bei Ryanair gibt es keine Sonderbehandlung beim Boarding mehr: Familien mit Kindern müssen sich jetzt hinten anstellen, da sie nicht mehr bevorzugt einsteigen dürfen. Da heißt es schnell sein und möglichst nahe an der Gangway warten!
Bei Condor oder LTU kostet die Platzreservierung für Kinder ab 2 Jahren genauso viel wie für Erwachsene: 10 Euro pro Strecke. Wenn man also nicht riskieren will, dass der Nachwuchs am anderen Ende des Flugzeugs sitzt, muss man wohl oder übel bezahlen. Falls Sie reservieren, versuchen Sie einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Oft reicht der Platz vor den Sitzen noch fürs Krabbeln. Auch die Babybetten, wie sie zum Beispiel bei Air Berlin oder Lufthansa auf Bestellung erhältlich sind, lassen sich hier leichter befestigen. Bei Billigfliegern wie Germanwings und Easyjet dürfen Familien mit Kindern zuerst einsteigen. So wird sichergestellt, dass alle nebeneinander sitzen.
Bei den meisten Airlines haben Kinder unter zwei Jahren überhaupt keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Babys sitzen dann die ganze Zeit auf Mamas oder Papas Schoß - und sogar das kostet: je nach Fluglinie zwischen zehn Euro bis hin zu zehn Prozent des normalen Erwachsenentarifs. Sicherer ist natürlich ein Kindersitz - wobei vorher angefragt werden sollte, welche Modelle erlaubt sind und wie der Sitz gekennzeichnet sein muss (TÜV-Siegel, etc.). Da nun ein regulärer Sitzplatz belegt wird, verlangen manche Fluggesellschaften wie TUIfly oder Easyjet für Kinder über 2 Jahren nun auch den vollen Preis. Germanwings und Ryanair lassen generell keine Kindersitze zu, bei der Lufthansa ist immer noch nicht eindeutig darüber entschieden worden.
Die meisten Fluggesellschaften ermöglichen es, dass man direkt mit dem Kinderwagen oder Buggy bis zum Eingang der Maschine fahren kann. Man erspart es sich so ein zusätzliches Gepäckstück einchecken zu lassen. Das Kind kann gleich nach der Landung wieder im Wagen gefahren werden, man muss es also nicht zusätzlich zu dem Gepäck noch tragen. Achten Sie darauf, dass der Buggy sich schnell zusammenklappen lässt, da er bei der Sicherheitskontrolle mit auf das Laufband gelegt werden muss. Informieren Sie sich vorher, ob Sie den Wagen nach der Landung in der Gangway oder erst am Gepäckband zurückbekommen! Klären Sie auch, wie mit dem Kinderwagen beim Umsteigen umgegangen wird. Generell sollten Sie allerdings versuchen, Non-Stop zu fliegen. Wenn Sie viele Koffer haben, denken Sie an ein Geldstück für den Gepäckwagen bei der Ankunft. Babys kann man auch in einem speziellen Tuch tragen, so hat man die Hände für das Gepäck frei.
Vor allem wenn man mit Kleinkindern verreist, werden die Koffer schnell gefüllt mit Gläschennahrung, Milchpulver oder Windeln. Um Allergien oder Nahrungsunverträglichkeiten am Zielort zu vermeiden, sollte darauf auch nicht verzichtet werden. Leider hat Condor die Freigepäckgrenze für Kinder unter 2 Jahren von 20 Kilogramm auf 10 Kilogramm herabgesetzt. Anders bei TUIfly, hier dürfen auch Kleinkinder 20 Kilogramm Gepäck umsonst mitnehmen.
Bei hohen Kosten für Platzreservierungen oder Übergepäck lohnt sich oft schon eine Kundenkarte. Billigflieger wie Air Berlin, LTU oder Condor bieten diese schon ab 30 Euro an. Damit erhält man einige Leistungen umsonst oder billiger.
So wird der Flug angenehm für Alle
Sitzt die ganze Familie dann endlich im Flugzeug, haben die lieben Kleinen nach der ganzen Aufregung garantiert schon wieder Hunger. Viele Fluggesellschaften haben einen besonderen Service für kleine Feinschmecker im Programm. Spezielle Kindermenüs müssen im Regelfall aber einige Tage vorher bestellt werden. Die Preise unterscheiden sich je nach Airline, LTU bietet auf Langstreckenflügen sogar ein kostenloses Essen an. Nach der Fusion von Hapagfly und HLX zu TUIfly wird leider keine kostenlose Babynahrung mehr angeboten. Des Weiteren ist es enorm wichtig, dass ausreichend getrunken wird, da die Luft im Flugzeug sehr trocken ist. Aufgrund der neuen Regelungen für das Handgepäck ist nur noch die Mitnahme einer kleinen Flüssigkeitsmenge erlaubt. Kaufen Sie daher Getränke nach der Sicherheitskontrolle!
Damit es den Kleinen während des Fluges und beim Warten vor dem Abflug nicht langweilig wird, empfiehlt es sich ausreichend Spielzeug und kleine Büchlein mitzunehmen. Besonders teuer muss das Spielzeug nicht sein, für den Fall, dass doch mal etwas verloren geht. Magnetische Gesellschaftsspiele sind zum Beispiel gut für größere Kinder geeignet. Am Flughafen selbst gibt es oft speziell für Kinder eingerichtete Spielecken, wo vor dem langen Sitzen im Flugzeug noch einmal richtig getobt werden kann. Auch die Besucherterrassen sind einen Besuch wert und verkürzen die Wartezeit.
Im Flugzeug verdienen Kinder uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Mangelnde Bewegungsmöglichkeiten und die fremde Umgebung führen sonst schnell zu Quengeleien, was auch die anderen Fluggäste, insbesondere auf Nachtflügen, stört. Daher ist es besser tagsüber zu fliegen und große Mahlzeiten und Toilettengänge am besten noch am Boden zu erledigen. Während des Fluges ist dann ein spannendes Unterhaltungsprogramm das Ziel, um schlechter Laune von vornherein entgegenzuwirken. Bei Air Berlin gibt es je nach Saison ein Malheft oder andere Spielsachen umsonst, auch Billigairline TUIfly verteilt umsonst Geduldsspiele. Außer dem Lieblingskuscheltier sind auch unbekannte Spielsachen eine gute Idee, so wird es Kinder während eines langen Fluges nicht ganz so schnell langweilig. Der Spaßfaktor ist entscheidend!
Kleine Kinder sind mit der neuen Situation des Fliegens schnell überfordert und bekommen eventuell Angst. Beugen Sie vor und erzählen Sie Ihren Kindern schon einige Wochen vor der Reise, was es auf einem Flughafen alles gibt, wie ein Flugzeug fliegt oder wie man sich an Bord zu verhalten hat. Hierzu bietet sich ein Ausflug zu einem nahegelegenen Flughafen an. Von der Aussichtsterrasse hat man dort einen guten Blick auf die startenden und landenden Flugzeuge - so ist das Terrain im Ernstfall nicht mehr unbekannt und angsteinflößend. Bereiten Sie Ihr Kleinkind darauf vor, dass es eventuell alleine durch den Metalldetektor gehen muss. Am besten sollten die Kleinen Schuhe mit Klettverschluss oder Slipper tragen, falls diese bei der Sicherheitskontrolle ausgezogen werden müssen.
Durch die Klimaanlage ist es an Bord oft kühl. Kleiden Sie Ihr Kind nach dem Zwiebelprinzip - mehrere Schichten, die sich schnell an- und ausziehen lassen. Ersatzkleidung ist sinnvoll, da beim Essen ja immer schnell was daneben gehen kann. Auch die Eltern sollten zumindest ein Ersatzoberteil mit ins Handgepäck nehmen. Wer will schon mit Breiflecken auf der Kleidung am Urlaubsort ankommen! Feuchttücher helfen bei kleinen Unglücken, also unbedingt ausreichend viele davon einpacken. Mehr Bewegungsfreiheit und Komfort beim Schlafen bieten dicke Socken an Stelle von Straßenschuhen.
Gerade beim Start und bei der Landung entstehen oft unangenehme Druckgefühle in den Ohren. Geben Sie Ihrem Baby beim Sink- oder Steigflug etwas zu trinken oder einen Schnuller. Für ältere Kinder bieten sich Kaugummi, Bonbons oder ein Lutscher an.
Reiseübelkeit betrifft auch die Kleinsten. In der Apotheke gibt es Mittel, die auch für Kinder geeignet und gut verträglich sind. Diese sollten in keiner Reiseapotheke fehlen. Auch leichte Nasentropfen sollten auf einem Flug mit Babys mitgenommen werden. Kurz vor dem Start angewendet erleichtern Sie das Atmen. Informieren Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Kinderarzt. Er kann überprüfen, ob das Kind ausreichend geimpft ist und ob eine Flugreise gesundheitlich unbedenklich ist. Bei kleinen Kindern ist es sehr wichtig, dass der gewohnte Tagesablauf mit Wickeln, Stillen/Füttern usw. in etwa eingehalten wird. So entwickelt sich trotz fremder Umgebung und anderem Klima nicht so schnell Stress.
Eine gut überlegte Planung der Flugreise erleichtert Eltern und Kindern den Start in die Ferien. Beachten Sie die Ratschläge und der Urlaub wird zu einem tollen Erlebnis für die ganze Familie!
Autor: Theresa Brändl
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