Falsche Übersetzungen sind zwar oft witzig, sie können jedoch auch oft unterschätzte Folgen haben. Eine Grundvoraussetzung für die Anknüpfung von lukrativen Geschäftsbeziehungen ist eine einwandfreie Kommunikation. Diese kann nur gewährleistet sein, wenn Geschäftsunterlagen, Firmenprospekte und internationale Website sprachlich so gestaltet sind, dass sie eine Visitenkarte für das jeweilige Unternehmen bilden. Interessanterweise investieren Firmen sehr leicht Tausende Euro in der Gestaltung von Prospekten auf Hochglanzpapier oder für eine Website, die alle Stücke spielt; für die Übersetzung dieser Prospekte bzw. der Webtexte ist meistens kaum Geld vorhanden. Es kommt denn auch öfter vor, dass Büroangestellte von ihrem Chef den Auftrag bekommen, einen wichtigen Text ins Englische, Französische oder was auch immer zu übersetzen, nach dem Motto „Englisch kann ja eh jeder“ oder „Du bist eh Muttersprachler“. Dass es dabei zu peinlichen Situationen kommt, ist noch das geringste Übel. Leider sind Unternehmen, die sich durch schlechte Übersetzungen der Lächerlichkeit preisgeben oder, was wohl noch viel schwerwiegender ist, lukrative Aufträge im Ausland verfehlen, keine Ausnahme. Schon einige Übersetzungsfehler („und“ statt „oder“ z.B.) können große Folgen haben.
Ungewollt komisch
Nicht nur bei Firmen, auch bei öffentlichen Institutionen fehlt oft das Bewusstsein, dass Übersetzungen zum Image beitragen können. In einer Brüsseler Ausstellung über die europäischen Institutionen habe ich als Überschrift über einem Bild folgenden Satz: "Die Beseitigung Europas". Gemeint war: "Die Entführung Europas". In einer anderen Ausstellung wurde ein kurzer Film über U-Boote gezeigt. Am Ende des Filmes kam die Botschaft „Bis dahin“, statt „Auf Wiedersehen“. Während man über das letzte Beispiel noch schmunzeln kann, ist das erste Beispiel mehr als peinlich. Die EU subventioniert hier die eigene "Beseitigung". Man kann nur hoffen, dass es sich hier nicht um einen Freudschen Versprecher handelt.
Marken
Es ist für Firmen, die im Ausland tätig sind, nicht nur wichtig, ausgezeichnete Prospekte und Informationsmaterialien in der Fremdsprache zu haben. Man muss sich auch genau überlegen, wie man seine Produkte im Ausland nennen will. So hat Mitsubishi erst sehr spät mitbekommen, dass „Pajero“ auf Spanien „Wichser“ heißt. Der Pajero wurde nach dieser Panne schließlich unter dem Namen „Montero“ verkauft. Ähnlich ist es General Motors gegangen. Reichlich spät kamen die drauf, dass LaCrosse (so sollte der Nachfolger des in Kanada produzierten GM-Modells Buick Regal in Nordamerika genannt werden) bei kanadischen Jugendlichen ein Synoniem für „onanieren“ ist. Durch das Heranziehen von einem professionellen Übersetzungsbüro hätten die sich viel Leid und Nerven sparen können.
Autor: Dr. Leopold Decloedt zurück zu Dienstleistungen
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