Das hört sich toll an – und vor allem so einfach. Wenn man genussvoll ein Glas Wein trinkt, denkt man sicherlich nicht daran, wie viel Arbeit der Winzer investiert hat um einen guten Tropfen kredenzen zu können.
Die Römer waren es, die die Weinkultur nach Deutschland an Rhein und Mosel brachten. Wahrscheinlich hat es auch ihnen das Moseltal, das zu Deutschlands spektakulärsten Weinlandschaften überhaupt zählt, angetan. Die Mosel windet sich in engen Schleifen zwischen Eifel und Hunsrück dem Rhein entgegen. Die Uferhänge sind fast senkrecht, zerklüftet und oft fast unzugänglich. Und doch sind sie fast überall dicht an dicht mit Rebstöcken bepflanzt.
In den alten Städtchen wie Zell, Cochem oder Trier haben die Römer auch mit ihrer Weinkultur ihre Spuren hinterlassen. Wen verwundert es, wenn da der Weinhandel Trier auch auf die Römer zurückzuführen ist. Eben diese Römer waren es, die angesichts dieser eindrucksvollen Landschaft schon sagten: „Bacchus liebt Hügel.“ Etwa 10 % der Rebflächen an der Mosel sind steiler als 30 Grad. Was noch steiler ist, darf sich Steillagen nennen. Zu etwa 70 % sind solche Steillagen im Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer vorzufinden.
Aber gerade diese Steillagen sind es, die dem Wein große Vorteile bringen. Ein nach Süden geneigter Hang kann auch noch im Herbst, wenn die Sonne bereits tiefer steht und nicht mehr die volle Kraft hat, ausreichend Sonnenstrahlen einfangen. Dazu kommt, dass der dunkle Schieferboden die Wärme lange speichert und an die Reben abgeben kann. Eine sehr positive Auswirkung hat auch die Flussnähe, weil die Wasseroberfläche Wärme speichert und diese nachts und im Herbst wieder abgibt. Auch kann an den Steilhängen die Kaltluft schneller abfließen, so dass es weniger Frostschäden gibt.
Wie so vieles im Leben hat alles seine Vor- und Nachteile. Sind diese Steillagen für den Weinstock und die Reben – klimatisch gesehen - von Vorteil, so sind sie für den Winzer – arbeitstechnisch gesehen – doch eher von Nachteil. Weil hier kaum etwas maschinell geerntet werden kann muss die Weinlese von Hand erledigt werden. Zum Trost für die Erntearbeiter finden aber nach der Weinlese über all die Weinfeste statt, bei denen kaum jemand noch an die mühevolle Arbeit denkt.
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